Sinnbild für monetäre Aspekte der Facebook Kampagnenbudget-Optimierung

Klicks und Tricks – Performancesteigerung durch die Kampagnenbudget-Optimierung von Facebook?

Effizienzsteigerung ist ein geflügeltes Wort im Business-Umfeld. Genau mit diesem Ziel hat Facebook die automatische Kampagnenbudget-Optimierung (CBO) eingeführt. Für alte Facebook-Ads-Hasen ist das schon ein verstaubter Hut. Es gibt zwar keine offiziellen Zahlen über die Nutzung dieses Features, allerdings wird in einigen Facebook-Gruppen davon abgeraten das Feature zu nutzen. Der genannte Grund: Man vertraut durch derlei Automatisierung einen Großteil der Kontrolle einem Algorithmus an. Wie präzise dieser arbeitet, ist umstritten.

Warum schreiben wir also jetzt darüber? Weil das Thema ab September wieder ganz oben auf der Diskussionsliste stehen wird. Ab dann ist die Nutzung dieses Features nämlich nicht mehr freiwillig, sondern obligatorisch. Höchste Zeit also sich mit dem Feature auseinanderzusetzen.

Was ihr hierzu wissen solltet:

Im Rahmen der „Kampagnenbudget-Optimierung“ wird ein zentrales Kampagnenbudget für alle Ad-Sets festgelegt. Dieses Budget wird dann automatisch, kontinuierlich und in Echtzeit auf jene Ad-Sets verteilt, die die besten Resultate liefern.

Nach September 2019 könnt ihr aber auch weiterhin das Budget auf Ad-Set Ebene selbst steuern. Wie? In dem ihr Ausgaben-Limits auf Ad-Set-Ebene festlegt. Zum einen können Mindestausgabenlimits festgelegt werden.  Der Facebook-Algorithmus wird dann versuchen diesen Betrag auch auszugeben. Legt man hingegen ein maximales Ausgabenlimit fest, wird dieses nicht überschritten.

Ihr wollt wissen, wie Facebook euer Budget verteilt? Dann solltet ihr die Gesamtzahl der Optimierungs-Events und deren Kosten auf Kampagnen- anstatt auf Ad-Set-Ebene checken.

Worauf ihr euch freuen könnt:

  • Zeit sparen: Automatisierung sei dank. Die zeitfressende und teilweise herausfordernde Aufgabe der Budgetfestlegung wird netterweise vom Algorithmus übernommen.
  • Geld sparen: Facebook verspricht, dass die Ergebnisse in Echtzeit erfasst werden. Das meiste Budget soll dann auf die am besten performenden Ad-Sets gesetzt wird. Dadurch sollen die Gesamtkosten pro Ergebnis spürbar gesenkt werden.

Wie wird es angewendet?

Das Feature kann bereits in vielen Ad Accounts angewendet werden. Hierzu wird bereits bei der Auswahl des Kampagnen die Kampagnenbudget-Optimierung ausgewählt. Mit dem typischen ovalen Schiebe-Knopf von Facebook wird das Feature aktiviert. Zusätzlich kann das Budget pro Tag oder für die Laufzeit angegeben und die Gebotsstrategie festgelegt werden. Bei den Geboten gibt es drei verschiedene Möglichkeiten. Diese sind je nach Kampagnenziel auswählbar: Niedrigste Kosten, niedrigste Kosten mit Maximalgebot und Zielkosten.

Screenshot der Einstellung des Kampagnenbudgets
Aktivierung der Kampagnenbudget-Optimierung

Im zweiten Schritt können dann die Ausgabenlimits auf Ad-Set-Ebene festgelegt werden. Wie oben erläutert kann man so festlegen wie viel mindestens bzw. maximal pro Anzeigengruppe ausgegeben werden sollte. Facebook kann übrigens auch hier nicht zaubern. Wenn ein zu niedriges Maximalgebot beim Kampagnenziel ausgewählt wird, wird ein Mindestausgabenlimit vermutlich trotzdem nicht erreicht.

Screenshot der Einstellungen für Ausgabenlimits auf Ad-Set-Eben
Auswahl der Ausgabenlimits auf Ad-Set-Ebene

Jetzt wird’s strategisch

Wie fast überall im Online Marketing gibt es unterschiedliche Herangehensweisen an Tools und Features. Wir stellen euch eine Möglichkeit vor, wie man erfolgreiche Kampagnen mit der Kampagnenbudget-Optimierung umsetzen kann.

Die Grundlage ist natürlich, dass es mehr als ein Ad-Set pro Kampagne und wieder mehrere Anzeigen pro Ad-Set gibt. Nur dann kann Facebook auch wirklich optimieren. Das ist übrigens auch ein möglicher Workaround, wenn man das Feature nicht nutzen möchte: pro Zielgruppe eine Kampagne erstellen. Dadurch hat jede Kampagne nur ein Ad-Set und die CBO hat keine Auswirkungen.

Was ist aber, man verschiedene Länder bedient und für jedes ein bestimmtes Budget hat? Hier kann gut mit den Ausgabenlimits gearbeitet werden. Auch wenn diese den Nachteil haben, dass man sie nur in absoluten Zahlen angeben kann. Bei einer Änderung des Kampagnenbudgets muss man diese dann manuell pro Ad-Set anpassen.

Außerdem kann man dieses Feature gut zum testen verschiedener Zielgruppen verwenden. Beispielsweise können Ad-Sets für verschiedene Interessen aufgesetzt werden. Wenn man mit 5 – 10 Adsets startet, kann man sukzessive die deaktivieren, die im Vergleich schlechter performen. Die deaktivierten Ad-Sets können dann wieder durch Neue ersetzt werden. So testet man relativ einfach immer wieder neue Zielgruppen aus.

Fazit:

Ja, ihr werdet ein Stück weit die Kontrolle über eure Kampagnen verlieren. Und ja, es gibt eine Diskussion über die Performance dieses Features. Ganz unabhängig davon, ob wir uns auf das Feature freuen oder nicht, wird es ab September obligatorisch werden.

Aber: Bis September sind es noch ein paar Monate. Höchste Zeit also dieses Feature kennenzulernen und eigene Erfahrungen damit zu machen. Ganz egal, ob mit kleinen oder großen Budgets.

Das Versprechen der automatischen Performance-Steigerung haben wir im Onlinemarketing schon häufig gehört. Vom Boost-Button über das Interessenausweitungshäkchen bis hin zum Ziel-CPA von Google Ads sind verschiedenste Vertreter dabei. Mehr zu diesen und ähnlichen Features findet ihr im Blogartikel “Klicks und Tricks” – Automatisierung: Wie Facebook und Co. uns die Arbeit abnehmen wollen

 


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