Sinnbild für die Auswirkungen von Fehlern im bezahlten Facebook-Marketing

Klicks und Tricks – TOP 10 der klassischen Fehler beim bezahlten Facebook-Marketing

Jeder der mit Werbung auf Facebook startet kennt dieses Gefühl: Eine Mischung aus Überforderung, Verwirrung, Google-Suche und einem Hauch von Verzweiflung. Wenn die Kampagnenerstellung dann endlich vollbracht ist, die gewünschten Ergebnisse aber aus bleiben ist das mehr als ein Hauch Verzweiflung. Wir stellen euch heute deshalb die zehn klassischen Fallen des Facebook-Marketings vor.

 

1. Falsche Auswahl des Kampagnenziels

Zu Beginn der Kampagnenerstellung auf Facebook muss man die Zielsetzung der Kampagne auswählen. Dafür ist es natürlich wichtig zu wissen, was man eigentlich mit der Kampagne erreichen möchte. Für sich selber sollte man also direkt am Anfang Ziele definieren. Im Idealfall sind diese natürlich SMART (mehr dazu hier). Wenn ihr also wisst, was ihr erreichen möchtet, müsst ihr nur noch auf Facebook das richtige Kampagnenziel auswählen. Das ist gar nicht so leicht. Deswegen hat Facebook in seinem Hilfebereich die Hauseigenen Ziele genauer beschrieben. Vorsicht bei dem Kampagnenziel  „Markenbekanntheit”. Hier wird auf eine Facebookeigene Kennzahl, „Steigerung der Werbeerinnerung”, optimiert, die wir als undurchsichtig empfinden. Es ist nicht ganz klar, was damit eigentlich gemessen wird.

2. Orientierung an unklaren Kennzahlen

Facebook stellt uns einen ganzen Katalog an Kennzahlen zur Verfügung. Welche wir für die Optimierung verwenden hat maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg einer Kampagne. Wir sollten immer wissen was die einzelnen Kennzahlen aussagen. Bestes Beispiel sind die unterschiedlichen Klicks, die Facebook misst. Auch die bereits erwähnte Facebookeigene Kennzahl „Werbeerinnerung” ist dafür ein Beispiel. Was genau hier gemessen wird und wie sich diese Kennzahl berechnet ist nicht klar ersichtlich. Deswegen empfehlen wir immer zu hinterfragen, welche Kennzahl für die Erreichung der eigenen Ziele relevant ist und was genau sie eigentlich aussagt.

3. Der Boost Button und das Interessenausweitung-Hakerl

Dieser Button bzw. dieses Hakerl hören sich erstmal ganz gut an. Mit wenig Budget viel mehr Leute erreichen? Mit einem einfachen Hakerl mehr Conversions für das gleiche Geld? Wer will das nicht? Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Social Media bieten uns die Möglichkeit Usern Inhalte zu zeigen, die sie auch interessieren. Dafür haben wir verschieden Targeting-Möglichkeiten. In der Regel wählen wir diese Optionen sorgfältig aus und beachten dabei unsere Ziele, unsere Zielgruppe und unsere Message. Der Button und das Hakerl führen dazu, dass Facebook seinem Algorithmus erlaubt die gewählten Targeting-Optionen zu umgehen. Dieser Algorithmus optimiert dann nach Herzenslust, aber nicht auf unsere Ziele, sondern auf die von Facebook.

4. Nutzung der automatischen Platzierungen

Facebook bietet viele unterschiedliche Werbeplätze für Facebook Ads an. Damit eure Werbeanzeigen auch zu eurer Marke und zu eurer Zielgruppe passen, ist es wichtig zu verstehen was die einzelnen Platzierungen ausmacht. Je nach Platzierung sind auch unterschiedliche Formate für eure Creatives notwendig. Nutzt man zum Beispiel Story Ads, ist es sinnvoll hierfür ein eigenes Creative zur Verfügung zu stellen. Ansonsten wird euer Creative von Facebook automatisch vervollständigt. In der Regel sieht das Ergebnis dann nicht besonders gut aus.

5. Ignorieren des Facebook-Pixels

Das Facebook-Pixel bietet euch viele verschiedene Vorteile. Unter anderem kann Facebook anhand der getrackten Handlungen auf bestimmte Ziele optimieren. Ihr möchtet, dass eure Kundinnen mehr Artikel in den Einkaufswagen legen? Mit Hilfe des Facebook-Pixels kann man diese Handlung als Ziel für die Optimierung des Algorithmus auswählen.

6. Die Krux mit der Zielgruppenauswahl

Facebook bietet euch viele verschiedene Möglichkeiten eure Zielgruppe auszuwählen. Das bietet viele Freiheiten. Gleichzeitig ist das Fehlerpotential hoch. Es ist wichtig ein möglichst genaues Bild davon zu haben, welche Zielgruppe ihr ansprechen wollt. Eure Ads können noch so gut sein, wenn sie die falschen Menschen erreichen. Ein Beispiel gefällig? Nehmen wir an ihr verkauft eine Anleitung wie man ins Aktienbrokering einsteigt. Ihr wählt als Zielgruppe nur Personen aus die sich für Brokering und Aktiengeschäfte interessieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Kampagne floppt ist hoch. Warum? Weil sich die gewählte Zielgruppe schon mit dem Thema auskennt und keine Einsteigeranleitung braucht. Besser funktioniert es wahrscheinlich, wenn man Personen auswählt, die sich für finanzielle Dienstleistungen und Geldanlagen interessieren.

7. Targeting nach demographischen Angaben

In den „guten” alten Zeiten des Marketings waren Alter, Geschlecht, Wohnort und Co. wichtige Informationen bei der Zielgruppendefinition. Auch auf Facebook kann man Ads mit diesen Kriterien schalten. Das ist allerdings nicht sehr sinnvoll. Social Media haben ja eben den Vorteil, dass man nach Interessen targeten kann. Dabei ist es unerheblich, ob eure Anleitung für den Einstieg in das Aktien-Brokering von einer 20-jährigen Studentin oder einem 70-jährigen Pensionisten gekauft wird. Demografische Daten machen nur Sinn um Personen auszuschließen, die definitiv nichts von euren Anzeigen haben. Das kann zum Beispiel sein, wenn sie euer Produkt erst ab 18 Jahren kaufen können oder ihr eure Anzeigen nur in bestimmten Ländern oder sogar Städten schalten wollt. Die einzige Ausnahme: die Sprache. Bitte gebt immer eine Sprache an. Ansonsten öffnet ihr Tür und Tor für Fakeprofile und das ist niemals in eurem Interesse.

8. CTA? Was war das noch mal?

Der CTA ist im Social Media Marketing super wichtig. Er hilft dem Publikum zu verstehen, was nach dem Klick auf die Anzeige passiert. Angenommen ihr wollt eine Reise verkaufen. Dann sollte sowohl in der Ad als auch im CTA-Button klar gemacht werden, was ihr von den Kundinnen erwartet. Der CTA sollte dabei natürlich zum Produkt passen: „Jetzt buchen” ist die Ansage.

9. Bilder sagen mehr als 1000 Worte

Das bedeutet aber nicht, dass die Creatives auf Facebook auch 1000 Worte enthalten sollten. Facebook bestraft Ads deren Creatives zu viel Text enthalten mit einer geringeren Reichweite. Der Algorithmus wird diese automatisch seltener ausspielen und sie werden dadurch teurer. Wie viel eures Creatives von Facebook als Text erkannt wird, könnt ihr hier testen. Das Creative sollte also mit so wenig Text wie möglich auskommen, aber trotzdem genau zeigen was ihr verkauft. Im Ad-Text selber ist auch nicht viel Raum für Romane. Hier gilt: So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Hier kommt euer USP und ein CTA zum Einsatz und ansonsten: nichts!

10. Die falsche Landingpage auswählen

Bleiben wir beim Reisenbeispiel. Ihr bewerbt eure Super-Osteraktion in euren Anzeigen. Alle Reisen nach Teneriffa sind um 50% reduziert, wenn sie zu Ostern gebucht werden. Die Kundinnen sind begeistert und klicken wie verrückt. Nur landen sie dann auf eurer allgemeinen Homepage. Kein Wort von einer Osteraktion für Teneriffareisen. Die Wahrscheinlichkeit, dass daraus gebuchte Reisen entstehen ist gering. Besser ist es, direkt auf die Angebotsseite zu verlinken. Vorsicht auch mit mobilen Ads. Wird die Anzeige mobil ausgespielt, muss die Landing Page auch am Smartphone einwandfrei funktionieren.

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